Du-Lac-Verlag

heimatverbunden geschichtsbewusst fantasievoll bildhaft

Miguel de Torres, Autor (Werner Schubert)

Miguel de Torres wurde 1958 in Niederbayern geboren. Er arbeitete mehr als dreißig Jahre als EDV-Spezialist. Seit 2003 hat er mehr als 30 Bücher und Heftromane verfasst (u. a. für »Vampir Gothic« und »Star Gate - Das Original«). Heute lebt er mit seiner Frau in Thailand.









Ein Fantasy-Epos entsteht ...













(Cover-Rohentwurf/Konzept: Stefan Böttcher, Gerlingen)

Nehmen Sie daran teil!

»Aufreißer«:

Miguel de Torres, Autor von vierzig Romanen, die er unter verschiedenen Pseudonymen verfasst hat, schrieb einen Fantasy-Roman, der nach Abschluss im Du-Lac-Verlag erschien. Auf seiner Autorenseite lässt er uns noch einmal teilhaben am Entstehungsprozess des Romans. In regelmäßigem Abstand schreibt er schonungslos und manchmal provozierend über Autorentypen und Zielgruppen, über die »Mythische Struktur« und die Erschaffung von Charakteren, über das »Malen mit Worten« und die tausend Entscheidungen, die ein Autor täglich treffen muss. Er schreibt ferner über Exposés, über erste Entwürfe und Überarbeitungen, über »plotting« und »line editing« und den Ärger mit unfähigen Lektorinnen, verständnislosen Verlegern und Knebelverträgen. Über das Urheberrecht, das den Verleger vor dem Autor schützt, anstatt umgekehrt. Und und und ...


1. Aller Anfang …

Lassen Sie mich mit einem Geständnis beginnen: Ich mag keine Zauberer, ich hasse Feen, und ich verabscheue Zwerge. Wenn Sie mich also unter der Voraussetzung, dass in dem entstehenden Fantasy-Roman weder Magier noch Feen noch Zwerge vorkommen, auf einer abenteuerlichen Reise ins Ungewisse begleiten wollen, sind Sie herzlich willkommen. Ich verspreche ferner, dass uns auf dieser Reise weder Vampire noch Zombies begegnen werden, nicht einmal ein klitzekleines Werwölfchen. Nur Menschen. Nicht unbedingt Menschen wie Sie und ich, denn die sind – mit Verlaub – in einem Roman ziemlich langweilig. (Zumindest in Bezug auf mich selbst kann ich das mit Fug und Recht behaupten.) Nein, es werden Menschen sein, die aus der Masse herausstechen, entweder durch ihre Fähigkeiten (geistiger oder körperlicher Natur), durch ihre Geschichte oder durch die Rolle, in die sie vom Schicksal gedrängt werden, weil sie sich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort aufhalten – oder zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort, wie herum auch immer man es sehen will. Menschen, die in jedem Fall wissen, was sie wollen, denn der Großteil des Leserpublikums interessiert sich nicht für »gebrochene Helden« und ihre inneren K(r)ämpfe.

Eine Reise ins Ungewisse wird es deshalb, weil ich zu dem Zeitpunkt, da ich dies schreibe, zwar eine konkrete Vorstellung vom Anfang sowie eine ungefähre Vorstellung vom Ende der Geschichte habe, der Weg dazwischen jedoch noch im Nebel liegt. Außerdem habe ich eine Handvoll interessanter Protagonisten, die die Handlung vorantreiben. Einige von ihnen werde ich im Lauf der nächsten Wochen hier auf meiner Autorenseite vorstellen.

Sehr wenige Romane werden komplett durchgeplant, bevor der Autor mit dem Schreiben beginnt. In der Tat gibt es zwei grundsätzliche Weisen des Herangehens, entsprechend der unterschiedlichen Autorencharaktere. In ihren Extremen sind das der »Planer« und der »Chaot« (oder der »Intuitive«, das klingt viel besser, bedeutet aber das Gleiche). Der Planer beginnt einen Roman niemals ohne einen zumindest groben Entwurf, der Personen- und Charakterbeschreibungen ebenso umfasst wie den Handlungsablauf, im Idealfall bis zum Finale. Dem Intuitiven ist so etwas ein Graus; er braucht seine künstlerische Freiheit, er will sehen, wohin sich die Charaktere entwickeln, er will selbst überrascht werden. (Natürlich ist nicht alles schwarz oder weiß; zwischen den genannten Extremen gibt es beliebig viele Schattierungen.)

Ich gehöre eindeutig zu den »Planern«, denn nur das Genie beherrscht das Chaos wirklich, und zu dieser sehr kleinen Personengruppe zähle ich mich nicht. Allzu oft enden Romane, die in einer Nacht geboren und begonnen wurden, im Desaster: angefangene, aber nicht abgeschlossene Handlungsfäden; Charaktere, die aus dem Nichts auftauchen und wieder dahin verschwinden; unausgegorene Ideen und verpasste Chancen. Dagegen spart eine detaillierte Planung viel Zeit, so unglaublich dies vielleicht für den einen oder anderen klingen mag. Es ist tatsächlich wie auf einer Reise. Wenn ich, sagen wir mal, mit dem Auto von Neapel nach Spitzbergen fahre, habe ich im Prinzip zwei Möglichkeiten. Erstens: Ich informiere mich vor Fahrtantritt über die schnellste bzw. (in meinem Sinn) »beste« Route, und benutze dann diesen Weg. Auch wenn es ein Weilchen dauert, ihn herauszusuchen, komme ich doch letztlich viel schneller an. Zweite Möglichkeit: Ich fahre einfach los, irgendwohin werde ich schon kommen, wenn nicht heute, dann vielleicht morgen, spätestens irgendwann … Da der Beruf des Autors aber einer der am schlechtesten bezahlten in dieser absolut nicht besten aller möglichen Welten ist, kann er sich die zweite Methode nur dann leisten, wenn er entweder Bestsellerautor ist oder sich eben nicht durch das Schreiben finanziert. Wer vom Schreiben leben muss, hat nicht die Zeit für Irrungen und Wirrungen. Er braucht ein Konzept, das »Hand und Fuß« hat (und alles, was dazwischen noch von Bedeutung ist), und dieses Konzept setzt er dann zügig um.

Und genau das ist es, was ich in den nächsten Wochen tun werde, in Ihrem Beisein (hoffe ich): ein Konzept für einen Fantasy-Roman zu erstellen und dieses dann umzusetzen. Nebenher erfährt der interessierte Leser einiges über das Schreiben von Romanen und Exposés, über Planung und Aufbau von Akten und Szenen, über die alltägliche Qual der Wahl und nicht zuletzt über den unvermeidbaren Ärger mit Verlegern und Lektoren und wie er (vielleicht) minimiert werden kann. Den wichtigsten Tipp für den angehenden Autor gebe ich gleich jetzt: durchhalten und auch die vielen Phasen schwärzester Verzweiflung überstehen! Am ersten Tag nach der Beendigung eines Romans mit dem nächsten beginnen, mit dem Vorsatz, dass dieser viel besser werde als der vorangehende! Denn von jenen Autoren (oder Sängern oder Schauspielern usw.), die scheinbar »aus dem Nichts« im Rampenlicht auftauchen, haben sich mindestens neunzig Prozent vorher jahrzehntelang in der Anonymität abgequält. Das Einzige, was sie in dieser Zeit aufrechterhalten hat, war die Hoffnung auf den »Durchbruch«. Und die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Durchbruch erfolgt, ist umso höher, je länger man durchhält. (Und je mehr man dabei lernt. Das ist unabdingbar: der Wille zu lernen.) Wenn man aufgibt, war alles vergebens. (Aber natürlich gibt es keine Gewähr, dass der Durchbruch tatsächlich einmal kommt.)

Allerdings werde ich auf dieser Autorenseite nicht die komplette Handlung des entstehenden Romans darlegen; schließlich sollen noch genug Fragen offen bleiben, dass der eine oder andere Leser (lieber mehr als weniger) sich entschließt, den Roman zu kaufen. Wie war das doch gleich? Sagt der eine: »Nicht für Geld, sondern für die Ehre kämpfe ich!« Antwortet der andere: »Jeder kämpft eben für das, was er nicht besitzt.« Ehre bringt keinen Bissen Brot auf den Tisch, ganz zu schweigen von der Butter drauf oder gar dem Wiener Schnitzel nebst dem obligatorischen Weißbier.

Ich möchte diesen ersten Autoren-Eintrag keinesfalls schließen, ohne mich beim Du-Lac-Verlag und namentlich Klaus-Peter Hünnerscheidt zu bedanken für die doppelte Chance, die er mir geboten hatte: Zum einen, dass er zugesagt hat, einen Roman zu verlegen, von dem er noch nicht einmal den Titel kennt (ich übrigens auch nicht, nebenbei bemerkt). Und zum anderen für die Möglichkeit, ein größeres Publikum am manchmal ekstatischen, meist aber qualvollen Entstehungsprozess eines Romans teilhaben zu lassen. Viele Menschen – unter ihnen sogar manische Leseratten – scheinen nämlich eine völlig falsche Vorstellung vom Dasein eines Autors zu haben: Er steht gegen Mittag auf, dreht ein paar Runden in seinem gigantischen Swimmingpool (ehemaliger Genfer See) und legt sich dann in die Sonne, darauf wartend, dass ihn die Muße küsst. Wenn das geschieht – vielleicht einmal pro Jahr –, springt er auf, setzt sich an den Computer und lässt die Tasten rattern, bis nach ein paar Wochen der neue Bestseller fertig ist. Dann wartet er ein weiteres Jahr ... (Großer Seufzer: Schön wär’s!)

So viel für heute. Beim nächsten Mal sprechen wir über die »fantastische« Welt, in der sich die Romanhandlung abspielen wird. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Sie dann wieder begrüßen könnte, und vielleicht auch den ein oder anderen neuen Leser.

Bis dann also!

Miguel de Torres

2. Die Romanwelt

Sprechen wir vor allem anderen mal über die Zielgruppe. Ein Roman ist, nicht anders als Seife oder Klopapier, ein kommerzielles Produkt, das sich am Markt behaupten muss; viele Autoren scheinen dies nicht wahrhaben zu wollen. Und als solches braucht er eine Zielgruppe. In der Tat fragen viele Verlage nicht nur nach dem Exposé und einer Leseprobe, sondern auch nach der Zielgruppe, so dass man folgende Gleichung oder besser Ungleichung aufstellen kann:

   keine Zielgruppe = kein Verlag = Hungertod

Die ideale Zielgruppe eines Buches ist die Gesamtmenge aller derzeit und in Zukunft lebenden Menschen, vermindert um die Gruppe der Analphabeten. (Die sind dann die Zielgruppe für das Hörbuch und natürlich die DVD mit der Hollywood-Verfilmung, aus der selbstredend alles, was irgendjemandem aufstoßen könnte, herausgewaschen wurde, bis nur der banalste aller Handlungsfäden übrig bleibt.)

Leider hat seit den Autoren der Bibel es niemand mehr geschafft, diese ideale Zielgruppe anzusprechen. (In der Tat sprachen diese sogar die Analphabeten an – vor allem die Analphabeten. Und das meine ich nicht nur sarkastisch: Vor allem das Alte Testament bietet gewaltige, einprägsame Bilder, an denen sich jeder Autor ein Beispiel nehmen kann.) Wir müssen uns also notgedrungen mit einer Untermenge der idealen Zielgruppe zufriedengeben: den Fantasy-Lesern natürlich, da wir ja einen Fantasy-Roman schreiben wollen, männlich und weiblich, Jung und Alt. Aber nicht nur diese, sondern im Prinzip alle, die gutes und spannendes Abenteuer schätzen, gleichgültig, ob es in einer Fantasiewelt, auf fernen Planeten oder in der Geschichte der Menschheit angesiedelt ist. Und abenteuerlich und spannend wird es, das kann ich versprechen. – Aber natürlich genügt es nicht, eine Zielgruppe nur zu deklarieren, man muss sie auch bedienen. Dazu später mehr.

Doch wir wollten heute ja über jene Welt sprechen, in der die Handlung des Romans stattfinden wird. Fantasy spielt sich in der Regel in urtümlicher, atemberaubender Landschaft ab, und die darin porträtierte Gesellschaft ist archaisch und oft analphabetisch, was offensichtlich einen Großteil des Reizes für die meisten Leser ausmacht: Die Handlung spielt in einer imaginären Zeit, als das Leben noch einfach und Männer noch Männer waren (und Frauen noch Frauen, das sollte auch mal gesagt werden). Imaginär ist diese Zeit deshalb, weil das Leben niemals einfach und unkompliziert war, seit die Affen von den Bäumen heruntergeklettert sind und einer den anderen gezeigt hat, wo’s langgeht. Fantasy – oder Abenteuer im Allgemeinen, und das schließt SF mit ein – ist modernes Märchen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Im besten Fall mit einer Moral und einer »Resonanz«: im Gedächtnis bleibenden Erkenntnissen über das Leben an sich, wie sie letztlich eben nicht wahre Geschichten, sondern nur Romane vermitteln können. Romane die »größer als das Leben« sind und deshalb, aus einer weiter gefassten Perspektive, einen neuen Blick auf dieses Leben erlauben. Ich werde versuchen, auch dies zu erreichen. Ob mir das gelungen ist, müssen Sie entscheiden, wenn Sie das Endprodukt lesen.

So, genug der Ab- und Ausschweifungen … Als gebürtigem, wenn auch ausgewanderten Bayern ist mir eine Welt ohne Berge unvorstellbar, weshalb es in der Romanwelt natürlich Berge geben wird. Außerdem liebe ich die Wüste; meiner Ansicht nach gibt es kaum eine archaischere Landschaft als die endlose Sand- und Steinwüste. Flüsse sind ebenfalls unabdingbar, als Existenzgrundlage für die Menschen ebenso wie als natürliche Transportwege. Damit haben wir bereits die drei Hauptelemente der Landschaft des Romans: zerklüftete Berge, sengende Wüste, reißende Flüsse in tief eingeschnittenen Tälern … Da die Berge in dieser Welt hauptsächlich aus Kalkstein bestehen, gibt es bizarre Formationen sowie Höhlen, die ebenfalls eine wichtige Rolle spielen werden. Mich persönlich haben Höhlengeschichten immer fasziniert, und ich weiß, dass ich damit nicht alleinstehe. Vielleicht ist das eine der Ursehnsüchte der Menschheit: die Rückkehr in die Geborgenheit des Mutterleibs. Aber Höhlen geben nicht nur Geborgenheit; man denke an den Grusel-Klassiker der Kindheit: Tom Sawyers und Beckys Flucht durch das Höhlensystem, verfolgt von Indianer-Joe ...

Die Gesellschaft ist eine weitgehend ländliche – Bauern und Viehzüchter –, und es gibt nur wenige Städte, darunter natürlich so etwas wie eine Hauptstadt. Allerdings ist die Gesellschaft zu Beginn des Romans im Umbruch begriffen, denn es herrscht Krieg. Wie allzu oft in der Geschichte der Menschheit (und auch heute noch) treibt die Gier Einzelner Hunderttausende in den Tod und Millionen in die Armut. Doch die Masse folgt ihren Führern, nicht notwendigerweise begeistert, aber sie folgt, aller Vernunft zum Trotz. Dies wird eines der dem Roman zugrundeliegenden Themen sein. (Darüber spreche ich im übernächsten Blogeintrag.)

Details der Landschaft stehen im Moment noch nicht fest, die ergeben sich erst bei der Planung der Handlung. Wenn es so weit ist, werde ich natürlich einige Karten zeichnen, unabdingbar für den Autor, um den Überblick zu behalten und sich nicht in Widersprüche zu verwickeln. Teilweise werde ich sie auch in diesem Blog veröffentlichen, aber erwarten Sie bitte keine kartographischen oder gar zeichnerischen Meisterwerke von mir. Beschriftete Skizzen reichen völlig aus.

So, nachdem wir eine ungefährliche Ahnung von der Geografie haben, in der sich der Roman abspielt, können wir eigentlich mit der Planung der Handlung beginnen. Hier gibt es prinzipiell zwei Herangehensweisen:

a) Handlungsgetrieben (»plot driven«)

Vereinfacht ausgedrückt: Man hat eine Grundidee, und die Handlung entwickelt sich aus derselben. (Beispiel: Über einer Stadt entsteht plötzlich ein Energieschirm, nichts geht mehr rein oder raus, Luft eingeschlossen ...) Die Charaktere werden dann so geschaffen, dass sie in diese Handlung passen. (Dies ist bei kommerziellen Romanen fast immer der Fall.)

b) Charaktergetrieben (»character driven«)

Am Anfang steht die Hauptperson mit ihren Charaktereigenschaften; die Handlung (ggf. ausgelöst durch einen – oft winzigen – äußeren Anstoß) ergibt sich dann aus diesem Charakter. (Hier sprechen wir von sog. »literarischen« Romanen, die jeder Gymnasiast aus endlosen Jahren quälenden Deutschunterrichts kennt.)

(Zwischenbemerkung: Wenn ich hier immer wieder mal englische Ausdrücke einstreue, dann deshalb, weil das meiste, was ich im Laufe des letzten Jahrzehnts über das Schreiben gelernt habe, aus englischsprachigen Büchern stammt. Über deutschsprachige Bücher zu diesem Thema weiß ich leider nichts Gutes zu sagen.)

Wie meist ist dabei nicht alles schwarz oder weiß, sondern irgendwo dazwischen. Wenn ich einen Roman habe, der nur aus Handlung oder besser gesagt »action« besteht, ist dieser oft bevölkert von dämlichen Menschen, die dämliche Dinge tun. Lese ich beispielsweise einen Roman von James Rollins, habe ich frühestens nach der Hälfte der 500 Seiten Zeit dazu, mir die Frage zu stellen: Mein Gott, warum liest du so einen Müll? Antwort: Weil er spannend ist. Und manchmal (aber nur manchmal) lese ich trotzdem weiter.

Das andere Extrem sind die »literarischen« Romane. (Ich setze »literarisch« grundsätzlich in Anführungszeichen, weil ich diese künstliche Trennung, die es so z. B. in den USA nicht gibt, nicht anerkenne. Hat ja wohl einen Grund, warum die meisten Bestseller aus den USA und nicht aus Deutschland kommen, von der Marktmacht der US-Verlage mal abgesehen.) Sie haben oftmals keinerlei äußere Handlung. Tja, wem so was gefällt ... der ist in jedem Fall in der Minderzahl. Und wer Bücher verkaufen will, sollte von solchen Ideen schnell Abstand nehmen.

Die beste Lösung ist wieder einmal der Mittelweg: »Starke Charaktere« sind in der Regel nicht das Salz, sondern die Essenz einer Geschichte, das ist nicht wegzuleugnen. Wenn diese aber nur mit sich selbst beschäftigt sind, vielleicht gar wehleidig, verliert der Leser schnell das Interesse, setzt eine miese Kritik bei Amazon rein, und das ist dann das Ende aller Hoffnungen, die man in vielen Monaten harter Arbeit an dem Roman aufgebaut hat. (Jeder Affe mit Tastatur darf das ja heutzutage, auch wenn er pro Satz fünf Rechtschreib- und Grammatikfehler macht und weder »Sie« und »sie« noch »das« und »dass« auseinanderhalten kann.) Schlussfolgerung: Die (äußere) Handlung muss spannend sein, das ist wichtig, aber nicht minder wichtig sind starke, unvergessliche Charaktere mit einem interessanten Hintergrund, die nicht nur ein Ziel haben, sondern auch wissen, wie dieses zu erreichen ist. (Oft wird dieses Ziel erst im Laufe der Handlung definiert, das ist okay.) Wobei die »physische Ausstattung« des Helden im Roman viel weniger wichtig ist als im Film. Aber da greife ich bereits vor.

Eigentlich sollten wir nun die wichtigsten Hauptfiguren planen, doch will ich im nächsten Blogeintrag aus verschiedenen Gründen erst einmal über die »Mythische Struktur« sprechen, oder wie man in null Komma nichts einen funktionierenden Handlungsrahmen schafft.

Bis dann!

Miguel


Der Roman wurde vom Du-Lac-Verlag herausgegeben im Frühjahr 2015 ... 

Miguel de Torres

Das Geheimnis der schwarzen Zitadelle 

Fantasy-Abenteuer

Klappencover: Stefan Böttcher, Gerlingen

432 Seiten

Buchpreis: 9,80 Euro

E-Book: Eine Neuausgabe erscheint demnächst im vss-verlag von Hermann Schladt – der Link folgt

Unter dem Pseudonym Torsten Weigand schrieb Werner Schubert einen einfühlsamen "Katzenroman", erschienen im Mariposa-Verlag:


 

 

 

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Zwei Gleichungen aus W. Kimball Kinnisons Mondmathematik: 

Mond + Meteorit schlägt ein = zunehmender Mond

Mond - Astronaut nimmt Mondgestein mit zur Erde = abnehmender Mond.