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17 Feb

Probemünzen – das wertvolle Randgebiet der Numismatik

Fast zu jedem amtlichen Münzmotiv existieren sogenannte „Probemünzen“, die in der Regel nicht verausgabt werden. Hauptsächlich unterscheidet man zwischen Motivprobe- und Materialprobemünzen, welche überwiegend nach einem Testlauf oder kritischer Begutachtung bis auf wenige Exemplare wieder eingeschmolzen werden. Der tiefere Sinn dieses Verfahrens besteht darin, eine endgültige Festlegung der infrage kommenden Motive oder Materialien (Werkstoff) für eine thematisch geplante Prägung zu finden. Hierbei gilt es in erster Linie herauszufinden, wie sensibel Material oder auch das Motiv auf die Herstellung von großer Stückzahl reagiert. Wie hart muss der Prägestempel sein oder wie hoch ist der Verschleiß an Prägestempeln während der Produktion. Besteht das Relief eines Münzmotivs aus sehr feinen Strukturen, reagiert es sensibler während der maschinellen Prägung als grobgestaltete Münzmotive. Weiterhin helfen Motivproben bei der Auswertung unterschiedlicher Vorschläge, die für diese Prägung in eine engere Auswahl gekommen sind.
Leider geben nur wenige Finanzministerien solche interessanten „Probemünzen“ für Numismatiker frei. Dieses ist aber auch kein Wunder, da auch Probemünzen gleichzeitig kursgültig sind und damit theoretisch auch am Zahlungsverkehr teilnehmen können. Dieser Prozess würde dann bei den Banken eine Menge Nachfragen wegen Verdacht auf Falschgeld auslösen und somit zum Chaos im Barzahlungsverkehr führen. Aus diesem Grund, kommen die meisten „Probemünzen“ erst zu einem späteren Zeitpunkt auf den Sammlermarkt. Die Verausgabung dieser Stücke beginnt meistens zu einem Zeitpunkt, nachdem die Hauptmünze bereits kursungültig ist und nur noch auf dem Sammlermarkt kursieren kann.
Eines der wenigen Länder die „Probemünzen“ für Sammler ausgeben ist Polen. Man erkennt diese Prägungen hauptsächlich daran, dass die Münzen unter dem entsprechenden Motiv nicht im Katalog aufzufinden sind, sowie an der Kennzeichnung „Proba“. Oftmals gibt es keinen definitiven Aufschluss über die Vielzahl unterschiedlich existierender Varianten, sowie der auf dem Markt befindlichen Stückzahlen. Auf jeden Fall, sind Proben weitaus seltener als die in hoher Auflage vorhandenen „Standardmünzen“ und werden von aufmerksamen Münzensammlern sehr gesucht.
Aber es ist auch Vorsicht geboten, denn nicht alle Probemünzen stammen von „amtlich“ verausgabten Stücken ab. Mittlerweile werden auch aus rein kommerziellen Gründen private Proben von Einzelstücken oder kompletten Sätzen hergestellt. Ein Beispiel dafür sind diverse Eurosätze von Ländern wie Dänemark, Großbritannien, Schweiz, Schweden etc. die sicherlich in absehbarer Zeit keinen Euro ausgeben werden und natürlich auch keine „offiziellen“ Probemünzen freigegeben haben. Hierbei handelt es sich lediglich um Phantasieerzeugnisse privater Hersteller. Auch wenn diese „nicht amtlichen“ Prägungen meist mit großen Versprechen offeriert werden, kann von einer Rarität oder hohen Gewinnerwartungen kaum die Rede sein. Von daher, vor dem Kauf gut aufpassen oder recherchieren!

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Frei nach Jürgen Klopp, dem ehemaligen Cheftrainer der professionellen Fußballmannschaft vom Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund

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