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Es gibt mindestens 56 Publikationen zu Störtebeker, von denen ich gewiss ein Drittel erworben und gelesen habe. Ich verfasste nämlich ein Drehbuch „Klaus Störtebeker“ und sandte das Manuskript an den NDR. Leider wurde von der Fernsehanstalt gerade ein Zweiteiler namens „Störtebeker“ nach dem Drehbuch von Walter Christian Kärger mit dem Hauptdarsteller Ken Duken verfilmt. (Naiver, aufwändig produzierter Säbelrassel-Zweiteiler, Zitat Rainer Tittelbach in tittelbach.tv)

Seither schlummert mein Werk in der Schublade ...

Das Interesse jedoch ist geblieben und daher erwarb ich oben genanntes Buch, gebraucht aber signiert von Harald Gröhler. Das konnte ich erfreut feststellen, als ich das Paket von Amazon öffnete und das Buch aufschlug. Ich habe auch gleich zu lesen angefangen ...

... und nach einer Weile pausiert, denn der Text ist ungewöhnlich. Er beschäftigte mich, denn ich konnte das Werk noch nicht einordnen und bewerten.

Also recherchierte ich im iNet:

Harald Gröhler, (* 1938 in Bad Warmbrunn) ist ein deutscher Schriftsteller. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Lyrik und Bühnenstücke. Er ist hervorgetreten als Essayist und Herausgeber literarischer Texte.

In Göttingen, Kiel und Köln studierte er Psychologie, Philosophie und Geschichte. 1976 hatte er zwei Gastprofessuren für Literatur/Literatursoziologie an US-Staatsuniversitäten in (Texas und New Mexico) inne.

Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, im Autorenkreis Rhein-Erft, in der Deutschen Gesellschaft für Philosophie, der Europäischen Autorenvereinigung Die Kogge, des Verbands deutscher Schriftsteller, im Autorenkreis historischer Roman Quo vadis, des Plesse-Autorenkreises und Gründungsmitglied des Literaturhauses Köln.

Dann las ich den „Klappentext“ des Buchs:

Spätes Mittelalter, Hansezeit, Ost- und Nordseeraum zwischen Ordensland und friesischen Inseln. Klaus Störtebeker sorgt mit den Vitalienbrüdern für Unruhe. Harald Gröhler begnügt sich nicht mit dem bekannten, von zahllosen Legenden umrankten Bild des historisch verbürgten Freibeuters, das Bücher und Filme immer weiter ausschmücken. Er geht einen anderen Weg: Aus den nicht eben üppigen Informationen authentischer Quellen lässt er Umrisse des wirklichen Störtebeker erstehen. Ein bislang kaum bekanntes englisches Dokument liefert hier eine kleine Sensation. Dabei verlieren die Figuren nichts von ihrer Lebendigkeit, erzählt wird eine Geschichte voller Saft und Kraft, mit genauem Zeitkolorit und zuweilen auch deftigem Humor. Für diese Verbindung aus historischer Erzählung und sorgfältiger Dokumentation hat der Autor einen ganz eigenen Ton gefunden. Eine fesselnde Lektüre.

Es folgt der Auszug aus einer Buchbesprechung:

Lesevergnügen für Jugendliche und Erwachsene. Und er ist sich treu geblieben. Dieses Buch hat wiederum mehrere Ebenen. Man kann es lesen als Roman, aber eigentlich ist es aufgebaut wie ein Band mit mehreren Erzählungen. Wer mehr über die Hintergründe und die historischen Zusammenhänge wissen möchte, für den sind die ausführlichen Anmerkungen im Anhang sehr hilfreich. Und Gröhler wäre nicht Gröhler, wenn er nicht wieder mit "literarischen Tricks" gearbeitet hätte, die das Lesevergnügen noch erhöhen: Die Namen der Helden Klaus Störtebeker und Gödeke Michels werden unterschiedlich geschrieben, je nachdem, ob Gröhler Sagen wiedergibt bzw. Stoffe poetisch ausgestaltet oder ob Fakten genannt werden, die einen hohen Grad an Wahrscheinlichkeit haben oder aber, ob eine gesicherte Quellenlage vorliegt. So kann der Leser den Band, der im Untertitel 'Die Biographie' heißt, als Roman lesen und, wenn er möchte, zusätzlich immer mehr über die Hintergründe in Erfahrung bringen.

Gern bestätigen die Kritiker Gröhler generell einen "vielseitigen und spielerischen Umgang mit Sprache". Von einem Geflecht sprechen sie, in dem surrealistische und traumhafte Elemente auszumachen sind.

Was den „spielerischen Umgang mit der Sprache“ betrifft – Biografie und „Romanhandlung“ wechseln sich permanent und stets ansatzlos ab.

Last but not least wollte ich den Unterschied zwischen einer Biografie und einem Roman erkennen – also guckte ich bei Wikipedia (mit der stets nötigen Vorsicht, dass Wikipedia nicht „alternativlos“ ist) ...

Eine Biografie ist die Lebensbeschreibung einer Person. Die Biografie ist die mündliche oder schriftliche Präsentation des Lebenslaufes eines anderen Menschen. Biografien bilden auch ein wichtiges Instrument der Erinnerung an andere Personen. Sie sind daher Gegenstand der Literatur- und Geschichtswissenschaft, der Soziologie, der Pädagogik, der Psychologie, der Medizin und der Theologie.

Der Roman ist eine literarische Gattung, und zwar die Langform der schriftlichen Erzählung. Von anderen Gattungen ist der Roman vor allem negativ abzugrenzen. Das Kriterium der Fiktionalität unterscheidet den Roman von faktualen Erzählungen – etwa denen der Geschichtsschreibung –, die ein getreues Abbild eines Geschehens darbieten wollen. Oft weist schon das Wort Roman auf dem Cover oder Titelblatt einen Roman als künstlerisches und damit fiktionales Werk aus.

Nun war ich etwas schlauer und konnte mir meine Meinung zu dem Buch bilden:

Gröhler schreibt im Prinzip gegensätzliche Gattungen zu einem Wust zusammen, springt hin und her zwischen Biografie, Roman, Vergangenheit und Gegenwart. In meinem Kopf entsteht daher der Eindruck von „Leipziger Allerlei“ in schriftlicher Form. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Lektor dieses Werk durchgesehen hat, denn woher sollte dieser wissen, ob so gewollt oder nicht.

Wer eine solche Form der Textverarbeitung mag und sie für Sprachkunst hält, mag es ruhig lesen.

Mit geht sein „ganz eigener Ton“ jedoch „gegen den Strich“ – es ist für mich einfach kein Vergnügen, Texte in diesem Stil zu lesen.

Jedoch nehme ich keine Bewertung vor.

Klaus Scheidt

Kassel, den 13. Februar 2016

Nun habe ich noch etwas Passendes zu dieser Buchbesprechung gefunden ... ;-)

Über gewisse Schriftsteller

Sie fahren das Erlebte und Erlernte

nicht in die Scheuer ein und nicht zur Mühle.

Sie zeigen ihre Felder statt der Ernte,

die noch am Halme wogenden Gefühle,

und sagen zu den Lesern stolz und fest

"Das wärs - nun fresst!"

Erich Kästner

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Verlegen funktioniert nicht über Fehlervermeidung. Man muss so viel richtig machen, dass die Fehler, die man macht, nicht mehr ins Gewicht fallen.

Frei nach Jürgen Klopp, dem ehemaligen Cheftrainer der professionellen Fußballmannschaft vom Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund

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