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William Kimball Kinnison

William Kimball Kinnison

JA! ICH GEBE ES ZU: Ich habe dieses Buch nur wegen des Titelbildes gekauft – Hitler in Ledermontur auf’m futuristischen Mopped mit’m wehenden Cape à la Supermann! Big Marketing per Titelbild, übrigens erschaffen von Rowena Morrill, einer großartigen Science-Fiction- und Fantastic-Illustratorin.
Der Griff ins Regal und das Zahlen an der Kasse war von dem Gedanken beherrscht: Was hat Hitler in der Zukunft verloren? Wir können doch („heil“)froh sein, dass er sich letztendlich, endlich und viel zu spät – leider haben ihn u. a. die Bomben von Georg Elser oder Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg nicht erwischt –, umgebracht hat. Außerdem ist der Autor ein Amerikaner jüdischen Glaubens. Norman Spinnrad ist daher wohl erhaben über jegliche Art von Verherrlichung eines körperlich eher untergroßen Österreichers, aufgestiegen aus einfachen Verhältnissen, der beim einem Aussieben von Menschen nach seinen eigenen arischen Maßstäben glatt hindurchfallen würde.
Um den Roman zu verstehen, sollte man versuchen, einige Meilen in den Mokassins des Autors laufen, in Abwandlung eines indianisches Sprichworts.
Spinrad konstruierte eine Szenerie, in welcher Adolf Hitler, von Misserfolgen enttäuscht, Ende 1919 nach Amerika auswanderte. Den Rest seines Lebens bis zu seinem „natürlichen Tod“ 1953 verbrachte er in New York und widmete sich als Schriftsteller, Illustrator und Herausgeber dem Genre der Science Fiction. Der Zweite Weltkrieg mit über 50 Millionen Toten und impliziert der Massenmord an über sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens fand folglich nicht statt, wenn man davon ausgeht, dass die geschichtliche Person Adolf Hitler ausschlaggebend war.
Der letzte vom fiktiven USA-Hitler kurz vor seinem Tod verfasste Roman trägt den Titel „Herr des Hakenkreuzes“, für den er 1955 posthum mit dem Hugo Gernsback Award geehrt wurde. Wer die Bedeutung dieses Preises in unserer reellen Welt kennt, merkt nun, dass Norman Spinrad eine bissige Satire gegen rechtslastige Tendenzen in der SF-Szene geschrieben hat! Denn der Stil dieses fiktiven Romans ist eine sf-stilistische Fortschreibung von „Mein Kampf“, den er in dieser anderen Zeitebene ja nicht geschrieben haben konnte, weil er nicht ein durchaus angenehmes Zellendasein in Landsberg am Lech aufgrund des misslungenen Kapp-Putsches verbracht hatte.
Hätte er tatsächlich „Herr des Hakenkreuzes“ geschrieben statt „Mein Kampf“ oder hätte(-hätte-hätte-Fahradkette-)Steinbrück die Kanzlerwahl gewonnen oder hätte „Schweini“ gegen Frankreich in der 44. Minute keine Reflexbewegung gemacht oder hätte Hitler die Aufnahmeprüfung der Kunstakademie in Wien bestanden oder hätte ich damals auf’m Schulabschlussball im ausgehenden Neonscheinwerferlicht nicht die Magda mit der Valerie verwechselt usw., dann wäre …
Wir sind mittendrin im SF-Genre der „alternative history“, demzufolge Spinrad eines der frühen Werke ablieferte, allerdings ohne es zu beabsichtigen. Es ist durchaus reizvoll, zu spekulieren was wäre wenn damals … oder was geschieht wenn der deutsch-kaiserliche „Kleine Kreuzer Saarbrücken“ unversehens ins Römische Reich des Jahres 378 versetzt wird (Dirk van den Boom, Kaiserkrieger)?
Vorbei ist vorbei, das ist meine Meinung, das Spiel ist aus, das Spiel ist aus, gewonnen, verloren oder unentschieden. Deswegen hält sich meine Begeisterung für dieses Genre in Grenzen, weil „hätte, hätte, Fahradkette …“
Bei Spinrad hat der Ausflug ins Spekulative durchaus einen Sinn und darum zurück zur Absicht des Autoren: Er will die SF-Leser dahingehend sensibilisieren, nicht die gesamte Literatur kritiklos begeistert zu konsumieren, denn es gibt durchaus eine Bandbreite von überzeugten Autoren und Verlegern, die sich eine Zukunft im IV. Reich vorstellen und/oder wünschen, von der wir bitte schön verschont bleiben. Es gibt auch Zeitgenossen, für die das III. Reich immer noch existiert und dies auch im SF-Genre kundtun.
Spinrads Botschaft lautet: Lesen Sie ruhig SF und Phantastik, denn dies sind wunderbare Genres der Literatur, aber achten Sie auf versteckte Botschaften, die wir uns schenken können, kaufen Sie diese Werke auch nicht und empfehlen nichts weiter.
Der Autor bedient sich der Technik vom Buch im Buch. Der Haupttitel „Der stählerne Traum“ ist praktisch nur der Einband sowie die nur zweiseitige Einführung zum Autoren, also dem fiktiven Hitler. Danach folgt schon dessen hypothetisches Werk „Der Herr des Hakenkreuzes“, geschrieben in einem Stil, der dem tatsächlichen Hitler wohl ohne weiteres zuzutrauen gewesen wäre. Die ganze Story ist dermaßen überkandidelt und bramarbasierend erzählt, das einem unbescholtenen Leser eigentlich schnell klar werden müsste, müsste?, dass es sich um ein Pamphlet übelster Art handelt. Nicht vergessen, Spinrad ahmt den Stil Hitlers nach, er selber würde niemals so schreiben. Und für diesen Schund den Hugo Gernsback Award? Er wird die damaligen Preis-Juroren wohl nicht allzu sehr geschätzt haben. Der zweite Absatz der Autoren-Einführung (Fiktiv-Hitler) strotzt nur so von Seitenhieben gegen die damalige US-SF-Szene.
Übrigens: Das ebenfalls fiktive Nachwort von Homer Wipple sollte man sich dreimal durchlesen, denn man muss sich einer gewissen Faszination bewusst entziehen.
„Der stählerne Traum“ ist ein wichtiges Werk, mir jedenfalls hat es auf längere Sicht „die Augen geöffnet“, aber zunächst war ich verwirrt, weil jung, und brauchte einige Zeit, um alles einordnen zu können. Daher sind Vorkenntnisse vor dem Lesen zu empfehlen.

Vor Jahren war ich mal wieder auf einem SF-Con (Marburg oder BuCon in Dreieich-Sprendlingen) und habe wieder in den meterhoch übereinander gestapelten Bananen-Kistenregalen des bei vielen SF-F-Fans bekannten SF-und-Fantasy-Gebraucht-Makulatur-und-Ramschbuchverkäufer Reinhard Rauscher gestöbert. Wenn auf einem Buchrücken „Robert A. Heinlein“ steht, greife ich natürlich sofort zu, denn er gehört zu meinen Lieblingsautoren (Ein Doppelleben im Kosmos, Fremder in einer fremden Welt, Das neue Buch Hiob; die beißende Ironie, welche im auch verfilmten Starship Troopers steckt, bemerkt kaum jemand).
Der Heinlein, den ich nun erwischte, war „Die Zahl des Tiers“, erschienen im Heyne-Verlag, der sich um die SF verdient gemacht hat (Das Cover jedoch finde ich nicht so recht passend, da gab’s dann bessere bei späteren Ausgaben). Die Originalausgabe erschienen 1980 unter dem Titel „The Number of the Beast“, als deutsche Ausgabe erstmals 1981 und gilt als „krönendes Alterswerk des Meisters“.
Trotzdem dauerte es einige Zeit, bis es drankam, denn Schreiben und Verlegen haben das Lesen stark eingeschränkt auf einige Seiten „Einschlaflektüre“; jedes gute Buch ist dafür eigentlich zu schade und sollte zur Strafe zum Wachbleiben animieren und schlechtes Einschlafen verursachen. (Auch schon vorgekommen, deswegen lese ich abends möglichst nur noch „Soft-Lektüre“)
„Der letzte Heinlein“ müsste also langes Lesen noch abends im Bett verursacht haben, hat er aber nicht, er war gähnend langatmig und reizte jeden Abend lediglich zum enttäuschten Zuklappen und Licht ausmachen. Woran lag es: Er wollte es uns allen noch einmal zeigen, was er drauf hat, und so etwas kann auch richtig schief gehen (Vorführeffekt).
Na klar, Tabus werden wie eh und je gebrochen, nur sind die damals herrschenden heutzutage längst keine mehr. Er scheint sich auch umfangreiches Wissen über Navigation angeeignet zu haben (vielleicht hatte er sich eine Yacht zugelegt, oder den Flugschein gemacht; genug „Erfolgskohle“ gab’s ja wohl für ihn) und breitet dies nun in seinem Alterswerk aus bis zum geht nicht mehr. Als unbedarfter Leser versteht man dieses ganze Fachchinesisch ohnehin nicht, kann es nicht nachvollziehen und empfindet es für die Handlung als überflüssig – Unverdauliches also statt Lesegenuss.
Er kommt (auch darum) mit der Handlung (Zeitmaschine (gähn, und dabei bin ich ein Fan von Zeitreisen, vor allem von einem diesbezüglichen „uralten“ Film: Die Zeitmaschine, nach H. G. Wells), mysteriöse Aliens (?), Alternativwelten (auch noch Vorkenntnisse seines Werks erforderlich!)) nicht in die Pötte und das stete und sich auch wiederholende erotisch-intellektuelle Sprach- und Mach-dies-und-das-Gekabbel der vier Protagonisten, ein junges und ein älteres Pärchen, geht nach hunderten von Seiten dann doch gehörig auf den Senkel.
Nachdem die Hälfte des Buchs gelesen war, habe ich etwas getan, was ich in meiner ganzen 55-jährigen Laufbahn als „Leseschildkröte“ (ich bin eine Leseschildkröte, siehe „Sherman’s Lagoon“, denn ich mag keine Ratten, will also auch keine „Leseratte“ sein! Angefangen mit 5 Jahren, konnte ich, als ich in die 1. Klasse kam, schon ganz ordentlich lesen) noch nicht gewagt habe … ich habe das Buch nicht nur zugeklappt sondern in meinen schönen geflochtenen 30,- Euro teuren Korb für Papierabfall entsorgt. Ich bitte um Pardon, großer Meister, aber ich stand vor ihm und konnte nicht anders.
Bisher bin ich ein geduldiger Leser gewesen und ackerte mich durch jedes Buch, was ich (auch zufällig) angefangen hatte (trotz allem möchte ich ja immer wissen, wie es ausgeht). Nun bin ich 60 und meine Zeit ist knapper denn je. Meine Buchregale habe ich auf die Hälfte ausgemistet (es stehen aber immer noch ein paar hundert „Schätze“ drinnen) und ich lese wählerischer.

Auch dieses Buch hat eine kleine Erwerbsgeschichte ... denn ich wollte es eigentlich gar nicht kaufen.

Ich schlenderte durch die Buchabteilung des Kaufhof – um Buchabteilungen kann ich kaum einen Bogen schlagen – um mich einfach mal nur wieder an den vielen Titeln satt zu sehen. Auf einem Grabbeltisch lagen reduzierte Exemplare durcheinander und ich grabbelte sie noch ein wenig durcheinanderer. Dabei erblickte ich einen auf den Unterteil eines Buchblocks aufgedruckten Stempel: „Mängelexempla“ (ohne das abschließende „r“!)

Als Fachmann – ich arbeite in der Druckbranche – interessierte mich natürlich sofort die Beschaffenheit dieses Buchs. Jedoch konnte ich keinerlei Mängel an diesem Werk feststellen, der einzige Mangel war tatsächlich der fehlerhafte Stempel („r“ s. o. ;-)).

Ein Buch zu kaufen, dass einwandfrei in der Verarbeitung war und nur wegen jenes angeblichen Mangels reduziert sein sollte, war der Anreiz für mich, es tatsächlich zu kaufen.

Es ist sicherlich einige Jahre her, aber erst jetzt kam ich auf die Idee, dass es ein Trick gewesen sein könnte, um kaufunwillige Leser zum Kauf eines einwandfreien Buchs zu animieren. 

Sei‘s drum, denn der preiswerte Erwerb hat sich gelohnt, denn der Inhalt hat sich ja durch den „Mängelexempla(r)-Stempel“ nicht in seiner Qualität reduziert. Eragon – die Weisheit des Feuers ist lesenswert. Trotzdem hatte ich im ersten Anlauf nach einigen Seiten das Buch wieder weggelegt und es erst zwei Jahre später wieder als nächste Einschlaflektüre herausgesucht – ich brauche einige Seiten Lesestoff, bevor ich das Licht ausmache. Wenn ich jedoch „Pech habe“, ist ein Stoff so gut, dass ich eben nicht danach gleich einschlafe …

Obwohl ich mit dem dritten Band in diese Serie einstieg, stellte das „Weiterlesen“ ohne Kenntnis der ersten beiden Werke kein Problem dar. In einer kurzen Einführung wird die Handlung der ersten beiden Bände geschildert – ein lobenswerter Ansatz! (Ich las diesen Text nach der 847. Seite noch einmal und verstand dadurch die Zusammenhänge im Nachhinein noch besser.)

Fasziniert bin ich von Christopher Paolini wegen dessen Alter: Dieses Buch schrieb er als Twen! Band eins sogar als Teenager: geschrieben mit 15, den Eltern gezeigt mit 17, groß rausgekommen damit 20. In dem Alter habe ich noch mit dem Schreiben gekämpft: Sollte ich einen Hausaufsatz mit mindestens 20 Zeilen schreiben, war das für mich eine Strafe – heute wäre es für mich eine Strafe, nur 20 Zeilen schreiben zu dürfen.

Viele Autoren ahmen Tolkien nach oder sind von seinem Werk beeinflusst. Trotzdem kann etwas Eigenes entstehen wie bei dem nicht in der Schule sondern zu Hause unterrichteten US-Amerikaner Paolini: Der Reiter Eragon sowie sein Drache Saphira sind inmitten der zahllosen Fantasywelten unzähliger Autoren ein herausragendes Paar – wegen ihrer Einfühlsamkeit, vor allem jener des jungen Menschen. 

Ein krasser Gegensatz ist dazu die Geschichte Rorans, des Cousins von Eragon: Er wird zu einem zweihundert Gegner erschlagenden Haudrauf, fast einem Conan von Cimmeria gleich. Diese Passagen gefielen mir längst nicht so gut wie die Geschichte vom Heranreifen Eragons, der letztendlich ein … Brisingr! – mehr verrat ich nicht.

Die Eragon-Bücher wurden millionenfach gelesen (und gekauft! Da schlägt freudig das Verlegerherz!) – kein Wunder. Empfehlung daher überflüssig.

kinnison

Im Januar 2013 marschierte ich in einen Buchladen, um meine „Geburtstagsgeschenkgutscheinchen“ in Lesbares umzutauschen. Von vornherein hatte ich dies beabsichtigt und meine Freunde gebeten, keine Präsente mitzubringen, sondern Gutscheine nur von diesem Buchladen und keinem anderen.

Zielsicher steuerte ich einen hoch mit Büchern beladenen Grabbeltisch an und lud mir die zehn Bände von George R. R. Martin auf. Mit dem Stapel navigierte ich mich zur Kasse und wurde prompt von der Kassiererin gefragt, ob ich denn gut gefrühstückt hätte. Ich lugte mit fragendem Blick über den Stapel, den ich mir einen halben Meter hoch bis unter die Nase aufgetürmt hatte, sodass sie meinte, es wären ja bestimmt acht bis zehn Kilo. Ich stellte den bedenklich schwankenden Stapel auf dem Tresen ab, neugierig beäugt von einer Schlange Kunden hinter mir. Nachdem ich „gutscheinbezahlt“ hatte, wünschte mir die Verkäuferin noch einen unfallfreien Weg bis zum Auto, obwohl ich schon auf Tütentransport umgestiegen war.

Zu Hause angelangt, fing ich sofort an zu lesen und nach zehn Monaten war der letzte Band von „Das Lied von Eis und Feuer“ durch.

Ich bin ein Spätzünder und springe selten auf einen aktuellen Trend auf. Daher holte ich die Bücher erst, nachdem ich eine begeisterte Rezension in dem Magazin „Phantastisch“ gelesen hatte. Es schien genau nach meinem Geschmack zu sein – richtig!

Nun hatte ich vielleicht den Vorteil, alle zehn Bände in einem Rutsch zu lesen, anstatt zum Teil jahrelang auf den nächsten Band zu warten. Die Fernsehserie hatte ich schon zuvor ausschnittweise wahrgenommen, aber noch nicht realisiert, worum es ging.

Mein Eindruck beim Lesen:

Von Anfang an haben mich fasziniert der Umgang mit den Hauptpersonen und das Geflecht der Handlung.

Das macht viel vom Reiz der Romane aus, nämlich der Verstoß von J. R. R. Martin gegen die gängigen Schreib-Regeln: die Hauptpersonen bis zum Ende zu „schonen“ sowie die Geschehnisse möglichst durchgängig aus der Sicht eines Helden zu erzählen.

Er opfert stattdessen seine Helden und in jedem Kapitel wird die Geschichte aus einem anderen Blickwinkel (Viewpoint) weiter erzählt.

Obwohl er also dem Leser mit der Opferung der Helden einiges zumutet, vergrault er die Leser nicht, denn die Geschichte ist dermaßen episch aufgebaut, dass „mühelos“ ein anderer Held in die Bresche springen kann. Zudem ist die Handlung trotz stets wechselnder Sichtweisen durchgehend logisch geknüpft – die für mich mit Abstand beachtlichste Leistung des Autoren!

Diese beiden „Verstöße“ also zogen mich in den Bann der Geschichte und ließen mich dran bleiben.

Das Werk ist umfangreich und wird noch mehr anschwellen. Hier beginnt die Schwäche, nämlich das Schreiben vom Hundertsten ins Tausende, indem er noch mehr Handlungsfäden einknüpft. Ich ertappte mich immer wieder dabei, dass ich voraus blätterte, um nachzusehen, wann wieder ein Kapitel mit einem meiner „Lieblinge“ wie Tyrion Lennister kommen würde.

Der Handlungsfaden zum Beispiel der Brienne von Tarth läuft regelrecht ins Leere, wird nach gefühlten 1.000 Seiten erst wieder aufgenommen und sogleich wieder fallengelassen.

Bezeichnend dafür ist das Vorwort des Autoren in einem der späteren Bände, in dem er sich bei den Lesern geradezu entschuldigt für sein „Ausschweifen“.

Zudem schont er mit fortlaufender Handlung die „alten“ sowie die in die Bresche gesprungenen Helden – er verstößt weniger gegen die Regeln wie am Anfang, ein großer Teil des Reizes geht dadurch verloren. (Auch Tyrion müsste sehr bald dran glauben – jawoll – obwohl er mein persönlicher Held ist. Eben deswegen, weil das der ganz besondere Reiz dieser Serie ist!)

Sicherlich hat er dies bemerkt, denn der zehnte Band endet mit einem Paukenschlag: Einer der bisher durchgängig agierenden Helden muss dran glauben ... überraschend, aber konsequent. Sehr spät, aber immerhin. Vielleicht bekommt Martin ja wieder die Kurve und schreibt ab Band 11 wieder so „hart“ wie zu Beginn.  

Gestört hat mich von Anfang an die unrealistische Mauer, bis ich mich entschlossen habe, sie einfach so stehen zu lassen. Durchgängig haben die Bände eine Schwäche mit der längeren Zeiteinteilung, speziell bei nachvollziehbaren Alterungsprozessen einiger Hauptpersonen.

Alles in allem ein großes Lesevergnügen, jedoch mit nachlassender Tendenz.

Und ob es jemand glaubt oder nicht ... ich warte nicht sehnsüchtig auf den nächsten Band 11/12). Ich bin nämlich nicht scharf darauf, zu erfahren, dass die Drachendame Daenerys auch nach dem 14. Band noch nicht in Westeros „eingetroffen“ ist. (Gähn!)

Trotzdem unbedingte Leseempfehlung für noch länger als ich Ahnungslose!

Der Kauf aller zehn Bände auf einmal ist ebenso unbedenklich! (Aber ... s. u.)

kinnison

PS: Beim 10-Band-Großeinkauf gut frühstücken nicht vergessen!

Dienstag, 26 August 2014 00:00

"Limit", Frank Schätzing, Roman, Rezension

Dieses Buch habe ich mir vor zweieinhalb Jahren zum Geburtstag schenken lassen, passender Weise am 1.1. des Jahres.

Ich zögerte einige Jahre lang, mit dem Lesen anzufangen, weil

  • ich vorab mehrere Rezensionen zu diesem Werk las. Diese „Besprechungen“ schwankten zwischen Begeisterung und Enttäuschung, im Gegensatz zu dem „Schwarm-Roman“ der einhellig gelobt wurde.
  • zwischendurch die zehn Bände von „Game of the Thrones“ gelesen werden mussten (= nächste Rezension von mir), die ich mir vom Bargeldregen des nächsten Geburtstags gekauft hatte.
  • ein angefangenes Buch grundsätzlich von mir zu Ende gelesen wird. In 50 Lesejahren legte ich höchstens 10 Bücher mittendrin beiseite. (James Joyce, Ulysses: zu schwer zu lesen / Sloterdijk, Im Weltinnenraum des Kapitals: zu verschwurbelt, Richard Dawkins, Der Gotteswahn, zu fundamental, gar nicht überzeugend, usw.). Fünf davon las ich irgendwann doch zu Ende

Erst als mir der Lesestoff ausging, fing ich an. Nun kann ich mir ein eigenes Bild von diesem Roman machen.

Gleich vorweg: Ich mag „Wälzer“! ... wenn sie keinen „Durchhänger“ haben. Daher mag ich Schriftsteller, die einen Wälzer erschaffen ohne Durchhänger.

Ich mag Frank Schätzing! ... als Schriftsteller von Wälzern ohne Durchhänger (das hänge ich mal vorsichtshalber an, um Missverständnissen vorzubeugen)! ;-)

Ich habe es gern ausführlich „beschrieben“ und schätze es sehr, wenn der Autor „für mich“ sorgfältig recherchiert hat. Ich mag es, beim Lesen viel über die Welt, die Menschen und über das ganze Drumherum dazu zu lernen. Unterhalten werden und „ganz nebenbei“ einen besseren Durchblick über vieles zu erhalten, finde ich einfach gut.

Darum ist „Limit“ kein reiner SF-Roman, sondern ein postgegenwärtiger Thriller, der morgen schon Wirklichkeit sein könnte. Vieles ist bereits gegenwärtig und die Rückblicke öffnen einem die Augen, was für schlimme Sachen geschehen sind und gerade geschehen, abseits von den Tagesnachrichten – Schätzing rührt den Schlamm, die „Kehrseite der Medaille Mensch“, kräftig auf. Leider kräht danach kein Hahn mehr.

Mir wurde der Wälzer an keiner Stelle zu lang, denn die Spannung blieb bis zum Schluss, der echten Überraschung bei der Enttarnung.

Die „Verfolgungspassagen“ sind dermaßen „virtuell-virtuos geschrieben“, dass ich keinen Film mehr dazu sehen muss – die spielten sich live vor meinem „inneren Auge“ ab. Der Text ist teilweise ein Actionfilm in Worten! Sollten diese Szenen verfilmt werden, ist kein Drehbuch mehr nötig, es geht eins zu eins. Das würde auf jeden Fall eine Herausforderung für Stuntfrauen und Actionmänner.

Einige Textbilder sind sehr gelungen, einige recht gezwungen und einige einfach krass übertrieben, zum Beispiel „Eine Galaxie explodierte in seinem Gehirn“.

Zum Schluss lässt die Qualität des Textes nach, als ob der Autor es nun doch etwas eilig hatte, fertig zu werden. Auch der Lektor wird müde geworden sein. Und so ist wohl auch der Lapsus zustande gekommen, der mir sogleich auffiel: Schätzing vergrößert die Piazza San Marco in Venedig auf 1,5 Quadratkilometer – das wären 140 Fußballfelder. 1,5 Hektar wäre richtig ... also 1,4 Fußballfelder, ein Hundertstel. Schwamm drüber, denn auch kein Leser scheint noch aufgepasst zu haben. (Oder ist das in einer neueren Auflage bereits geändert worden?)

Sehr gern gelesen!

Kinnison

Dienstag, 12 August 2014 02:00

Wanda heiraten – oder nicht?

Kurzgeschichtenwettbewerb!

Was für einen Adrenalin-Schub erzeugte dieses eine Wort in mir – jetzt wollte ich mal zeigen, was ich so drauf habe, und auch selbst wissen. Das geschah vor etwa drei Jahren, zu einer Zeit, in der ich noch in der „Schreiblehre“ war.

Danach ist viel geschehen, denn ich habe mich durch stete Übung verbessert und einen weiterbringenden Schliff durch die Lektüre von Wolf Schneiders Buch „Deutsch für Profis“ (müsste eigentlich Pflichtlektüre für ..., na alle sein!) bekommen.

Hervorzuheben ist noch das Buch „Wörter machen Leute“ vom gleichen Autor!

Also machte ich mich vor drei Jahren ans Werk und setzte eine guten Einfall leidlich um. Ich nutzte die Gelegenheit, um auf meine Weise der Comedy-Truppe „Monty Python“ zu huldigen. Bisher scheint nur ein befreundeter Schriftsteller diese Andeutungen bemerkt zu haben, obwohl Cleese und Co. immer noch in aller Munde sind.

Diesen Entwurf stellte ich bei „kurzgeschichten.de“, heute „Wortkrieger“ ein und wartete aufs Lob. Jedoch kam wenig Resonanz und meistens der wohlmeinende Tipp, es besser zu schreiben, vor allem das Ende wäre noch reichlich mau.

Ich zog mich jedoch nicht schmollend zurück – es ist wichtig, das man (konstruktive) Kritik aushalten kann, denn nur dadurch wird man besser –, sondern überarbeitete den Entwurf zig mal und stellte ihn wieder ein. Die Geschichte war schon viel besser, vor allem das Ende! Nun sandte ich den Text zum Wettbewerb ein und war sicher, in die engere Wahl zu kommen.

Auf der später zugesandten Liste der „Erfolgreichen“ fand ich mich jedoch nicht wieder, nicht einmal unter „ferner liefen“. Wohl nur der Intention eines Freundes verdankte ich die nachträglich gnadenhalber gewährte Aufnahme meiner Geschichte in die Geschichtensammlung „Parallelwelten – Amazing SF 4“, Kindle eBooks.

Ich nahm jedoch die Chance wahr, meine Story nochmals zu überarbeiten, bevor sie eingestellt wurde.

Nun können Sie sich selbst ein Bild davon machen, ob meine Geschichte „Wanda heiraten  – oder nicht?“ tatsächlich nicht wettbewerbswürdig war ...

kinnison

Mein gebrauchtes Exemplar erwarb ich beim Besuch des BuCon 2011 in Dreieich. Es sah noch wie neu aus und sollte weniger als zehn Euro kosten. Ich war fast schon auf dem Heimweg, als ich zum Stand ging, um das Buch zu kaufen. Der Verkäufer jedoch war gerade ausgetreten, ich derweil hatte es gerade eilig (nach Hause). Kurzentschlossen legte ich einen zehn Euroschein auf den Stuhl (den hölzernen), nahm das Werk an mich und sagte dem Standbetreiber zur Rechten, dass der gute Mann sich von dem Rest einen Kaffee gönnen sollte.

Wälzer wecken bei mir sowohl Anziehungs- als auch Abschreckungskräfte.

Ich denke zunächst an die Mühe des Lesens sowie den Zeitaufwand. Als nächstes jedoch verbinde ich mit dem mir unbekannten Werk die Hoffnung, dass es sich lohnt. Dann folgt die Skepsis, ob es möglich ist, zum Beispiel dieses Buch mit neunhundertachtundsiebzig Seiten zu schreiben, ohne Längen zu fabrizieren.

Letztendlich siegte mein Bücherwurm-Gen (wie üblich) und ich las mich hinein ins Unbekannte. „Unbekannt“ ist bei diesem Science-Fiction-Werk wahrhaftig das treffende Wort. Dennoch hatte ich stets das Gefühl, diese Geschichte in der Gegenwart zu erleben.

So ist es wohl beabsichtigt, jedoch nur möglich durch die überragende Grundidee: Intelligente Lebewesen (lassen wie mal den strapazierten Begriff „Aliens“) in den tiefsten Meeresgräben unseres eigenen Planeten. Fremdartiger als aus dem fernsten Winkel des Universums, denn die Tiefsee scheint unerforschter zu sein als das Weltall.

Bestimmt war ein irdischer Ozean schon des Öfteren die Wiege von unbekannten Wesen, welche in den Hirnen früherer SF-Autoren ersonnen wurden. Aber diese Umsetzung ist gewiss einzigartig neu.

Dies erinnert an „Das Parfum“: ein seltenes Thema (Der bis dato wenig beachtete Gesichtssinn „Riechen“!) wird für eine faszinierende Geschichte entdeckt. Das macht u. a. den Erfolg aus: Das „neue“ Thema und dessen gelungene Umsetzung.

Ein halbes Dutzend Handlungsfäden, beginnend an verschiedenen Punkten der Erde, ohne Verwirrung beim Leser zu stiften - eine Meisterleistung!

Gekonnt werden sie bis zum spektakulären Finale auf dem Flugzeugträger stetig einander angenähert und mit einander verwoben. Zahlreiche Personen überleben die Geschichte nicht. Diese Erzählweise und der Umgang mit den Personen erinnert mich an „Das Spiel der Throne“ von George R.R. Martin. Ich vermute, Frank Schätzing hat dessen erste Bücher aufmerksam gelesen. :-)

Eine guten Stil zu übernehmen ist aber kein Nachmachen, denn einen guten Roman muss man immer noch selber zuwege bringen, wie zum Beispiel die Charakterisierung der Personen. Nachfolgend zitiere ich meine Lieblingsfigur aus dem Schwarm-Roman (geht „leider“ auch drauf):

Johanson war Visionär und wie alle Visionäre dem völlig Neuen ebenso zugetan wie vergangenen Idealen. Sein Leben war getragen vom Geiste Jules Vernes. Niemand hatte den heißen Atem des Maschinenzeitalters, erzkonservative Ritterlichkeit und die Lust am Unmöglichen so treffend zu vereinen gewusst wie der große Franzose. Einzig die Gegenwart war eine Schnecke, die auf ihrem Buckel Sachzwänge und Profanitäten mit sich schleppte. Sie fand keinen rechten Platz im Kosmos Sigur Johansons. Er diente ihr, erkannte, was sie von ihm verlangte, bereicherte ihren Fundus und verachtete sie für das, was sie daraus machte.

Auf neunhundertachtundsiebzig Seiten entdeckte ich nur einen logischen Fehler, und der war auch noch marginal. Was mit einem bestimmten Orca nun nicht stimmte, verrate ich aber nur auf Anfrage ... ;-): Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dieses Buch habe ich vor einem Jahr gelesen nach einem kostenlosen Download (gut für mich als Leser, ansonsten ein Graus - ich bin ja auch Schriftsteller und möchte von meiner Kreativität etwas haben, nämlich mein Auskommen).

Ich habe schon einige Rezensionen verfasst nach klassischen Mustern, bisher jedoch nur aus der Sicht eines Konsumenten. Ich unternehme mit diesem Text den ersten Versuch, als "Konkurrent", nämlich Schriftstellerkollege zu rezensieren.

Ich kenne seit langem das indianische Sprichwort "Willst du einen Anderen verstehen, musst Du einige Meilen in seinen Mokassins laufen". Bei der Einschätzung (das Wort "Beurteilung" verwende ich aus naheliegenden Gründen nicht) des Werkes eines Kollegen denke ich zunächst einmal an die Mühe, welche beim Schreiben nötig war. Und hier trennt sich bereits die Spreu vom Weizen! Ich jedenfalls erkenne, ob ein Kollege sich wirklich reingehängt hat. Schon H. P. Lovecraft insistierte Fritz Leiber: "Achte beim Schreiben auf Ehrlichkeit, Überzeugung, Sorgfalt, Vollkommenheit und Wissenschaftlichkeit!" (Diesen Satz zitierte Fritz Reuter Leiber, als er von Paul Walker interviewt wurde.)

Der Roman "Eine Billion Doller" ist ein richtiger Wälzer (das ist eher ein Kriterium für Fleiß statt Qualität), jedoch bis zum Schluss gleichbleibend eingänglich formuliert. Unzählige Details wurden von Andreas Eschbach recherchiert und akribisch eingearbeitet, nach dem Motto: "Der Leser hat ein Recht darauf, das der Autor sich die Mühe gibt, den Wahrheitsgehalt des Hintergundes seiner Geschichte zu überprüfen".

Daher für Andreas Eschbachs Emsigkeit: "Chapeau!"

Auf die Handlung gehe ich nicht ein, denn diese wurde, zum Beispiel bei "Amazon", bereits zigmal zusammengefasst. Ich beschränke mich auf die Eindrücke, welche ich beim Lesen hatte. Zunächst hat mich diese Geschichte fasziniert durch ihre wundervolle Eingangssequenz mit dem unerwarteten Gigaerbe sowie der Bewältgung dieser Schicksalswende durch den Protagonisten. Es war eine klasse Idee von Andreas Eschbach, wie dieses Vermögen hätte zustande kommen können (diese fiktive Geldanhäufung begann vor 500 Jahren, aber nun wissen wir, wie es geht, und könnten ruhig mal reell damit anfangen – auch jene Kölner im Mittelalter, welche das Fundament ihres Doms legten, sahen nicht seine Türme!).

Die Schilderungen, wie der Protagonist mit seinem Erbe umgeht, sind über lange Passagen hinweg richtige "Schenkelklopfer" und ich ertappte mich oft bei dem Gedanken: "Jawoll! So etwas hätte ich auch getan, wenn ich so einen Haufen Kohle hätte – liebend gern!"

Daher für die ersten paar hundert Seiten: "Chapeau!"

Beim Weiterlesen des Romans rückt die Frage in den Mittelpunkt: "Was eigentlich sinnvoll machen mit so viel Geld? Zumal es dafür auch gedacht war!" Naheliegend geht es nun um das "Weltgesamt", einem Gewicht, an welchem sich Andreas Eschbach dann etwas verhoben hat. Die Beschreibung, wie mit dem ultravielen Geld mehr und mehr Einfluss auf das Schicksal der Menschen genommen wird, verliert sich in Details und weniger nachvollziehbaren Handlungen. Kein Wunder, dass erst die "Philippinen-Episode" sowie die "Entführung in Mexico" mich wieder lebhafter am Geschehen teilnehmen ließen.

Daher für Weiterführung der Handlung: "Ein Zeigefingerwischer entlang der Zylinderhutkante à la Pan Tau" (Ach, das könnte man noch etwas besser hinzaubern nach dem Motto: Das Bessere ist der Gegner des Guten!) – Apropos ... Pan Tau trägt eine Melone.

Letzendlich ließ mich der Schluss höchst unzufrieden zurück – so ein Haufen Geld und fast nichts ist damit bewirkt worden? Damit hätte man doch viel mehr anfangen können und ich wäre anders an den Schluss herangegangen! Je länger ich jedoch darüber nachdachte, desto einleuchtender war dieses eher lakonische Ende.

Als gelegentlichem Optimisten bleibt mir das fatalistische Resümee: Selbst mit einer Billion Dollar kannst Du die Welt nicht ändern beziehungsweise retten. (Eine Billion Dollar sind im Verhältnis zum jährlichen Weltbruttosozialprodukt von fünfundsiebzig Billionen Dollar und einem Weltprivatvermögen von mindestens 245 Billionen Dollar immer noch "Peanuts".)

Am Roman-Ende hatte ich also zu knabbern, aber darüber nachgedacht gebe ich ein: "Hut ab!" (für "Chapeau" hat es dann aber doch nicht gereicht.)

Das ganze Werk ist ein lesenswertes Buch für Menschen, welche gerne "über unsereiner" reflektieren und es auch ausführlich beschrieben haben wollen – eine Fleißarbeit des Autoren, aber auch für den Leser. Aber ... ich mag solche Bücher!

William Kimball Kinnison – Kassel, den 2. Mai 2014

Du Lac Verlag SW

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